Handy

Handy - nur Telefonieren war gestern


Ein Handy ist ein mobiles Telefon, das über Funk Kontakt zum Telefonnetz aufnimmt und damit ortsunabhängig ist. Schon 1926 wurde in Deutschland zum ersten Mal Mobilfunk genutzt in Zügen der Deutschen Reichsbahn und Reichspost zwischen Berlin und Hamburg. Ende der 50er Jahre wurden die ersten Autotelefone verkauft, die etwa 50% des Wagenpreises ausmachten. Erst Ende der 80er begann der Ausbau flächendeckender digitaler Mobilfunknetze (D-Netz). Damit wurden die Grundlagen geschaffen für den Mitte der 90er beginnenden Handy-Boom.
Im Prinzip funktioniert ein Handy wie ein drahtgebundenes Telefon. Neben dem Akku und einer Sende- und Empfangseinheit ist die SIM-Karte entscheidend. Man benötigt sie, um sich in einem Netz zu indentifizieren. In Europa wird der GSM-Standard genutzt, der Frequenzen um 1800 (D-Netz) und 900 Mhz nutzt. Es gibt auch Triband- und Quadband-Handys, die zusätzlich auch Frequenzen um 1900 Mhz bzw. 850 Mhz verwenden können. Diese sind in den USA gebräuchlich. Mobiltelefone haben eine Sendeleistung von 1-2 Watt, während die Basisstation 50 Watt haben kann.
Der Nachfolger für den GSM-Standard steht schon in den Startlöchern. UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) arbeitet mit Frequenzen zwischen 1800 und 1900 Mhz und bietet einen deutlich höheren Datendurchsatz. Zudem ist UMTS besser geeignet für eine hohe Nutzerzahl. Positiv ist auch die Verringerung der Sendeleistung auf 0,125-0,25 Watt.
Während Handys ursprünglich nur zum Telefonieren gedacht waren, erfüllen sie heute viele weitere Aufgaben. SMS (Short Message Service) und MMS (Multimedia Messaging Service) zum Versenden von Text- und Bildnachrichten gehören heute zu fast jedem Handy dazu. Zudem ist auch in vielen Handys einen Kamera eingebaut (Fotohandy), die Fotos und oft auch kleine Filme ermöglicht.

Smartphones sind der Zukunftstrend


Der Trend beim Handy geht seit Jahren in Richtung Multimedia. Nachdem das Fotohandy erfolgreich ebabliert wurde, steht nun das Smartphone im Focus. Ein Smartphone verbindet die Fähigkeiten eines PDA (Personal Digital Assistant) mit denen eines Handy. Am Ende steht eine mobile Kommunikationseinheit, die als Telefon, Kamera, Uhr, MP3-Player, Computer, Navigationsgerät und Spielkonsole dient. Man kann telefonieren, ins Internet gehen und fast alles von unterwegs lösen, was man vor einigen Jahren noch nur am heimischen PC konnte.
Während es bei den klassischen Handys in naher Zukunft kaum neue Sensationen gibt, sondern eher Verbesserung und Erweiterungen im Detail, ist das Smartphone gerade vor dem Durchbruch. Wenn man es noch abwarten kann, sollte man sich mit dem Kauf gedulden, bis die Preise deutlich gesunken sind. Alle großen Hersteller werden in Kürze Smartphones etablieren, so dass mit großen Bewegungen auf dem Markt zu rechnen ist. Abzusehen ist, dass das Smartphone in naher Zukunft Standard für alle Handynutzer sein wird.

Handy mit Vertrag oder Handy ohne Vertrag?

Es gibt Handys mit Vertrag und Handys ohne Vertrag. Was sinnvoll ist, hängt von den Nutzungsgewohnheiten ab. Ein Vieltelefonierer ist mit einem Vertrag besser bedient, da er von günstigeren Tarifen bis hin zur Flatrate profitieren kann. Ebenso ist es möglich, das Handy als Ersatz für ein Festnetztelefon zu nutzen, sogar mit einer echten Festnetznummer. Ein Vorteil des Vertragshandys ist, dass man für das Handy selber nicht viel zahlt (manchmal nur 1 Euro).
Dahingegen muss man ein Handy, das man mit einer Prepaid-Karte nutzen will, oft zu einem hohen Preis kaufen. Dafür geht man aber auch keinerlei vertraglichen Verpflichtungen ein. Mit einer Prepaidkarte zahlt man nur dann, wenn man auch tatsächlich telefoniert. In der Regel ist der Tarif bei der Prepaid-Variante höher als beim Vertragshandy, so dass sie sich vor allem für Gelegenheitsnutzer anbietet.
Es gibt sehr viel Zubehör für Handys. Insbesondere Freispreicheinrichtungen sind sehr gefragt, seit es in Deutschland verboten ist, am Steuer zu telefonieren. Aber auch Headsets, Ladegeräte oder -Akkus sind für fast jedes Handy nachzukaufen.
Da der Markt sehr unübersichtlich ist und es unzählige Tarife und Handys gibt, kommt man nicht umhin sich genau zu informieren. Man sollte sein eigenes Nutzerprofil erstellen und damit dann z.B. auf einschlägigen Internetseiten nach den besten Tarifen suchen. Daraus ergibt sich dann oft ein Vertragspartner, der dann auch ein Handy zur Verfügung stellt als Teil des Vertrages. In Fachzeitschriften findet man regelmäßig aktuelle Tests, die bei der Orientierung weiterhelfen.

Vertragslaufzeiten von 2 Jahren üblich

Handys haben Innovationszyklen von 18-24 Monaten. Deswegen ist eine Vertragslaufzeit von 2 Jahren völlig ok. Die Tarife werden sich nicht mehr dramatisch nach unten bewegen innerhalb kürzester Zeit und zudem kann man bei einer Vertragsverlängerung meist ein neues Handy kostengünstig oder umsonst bekommen.

Bei Kauf eines Handys vorallem auf Einsatzweck achten

Für Kinder und Jugendliche kommen nur Prepaid-Handys in Frage, wenigstens wenn man Interesse an einer halbwegs finktionierenden Kostenkontrolle hat. Der Schaden kann nicht höher liegen als das Kartenguthaben. Bei einem Vertragshandy können sich hingegen innerhalb kürzester Zeit enorme Kosten ansammeln.
Trotz all der wunderbaren Features die angeboten werden, sollte man sich nicht verrückt machen lassen und ein Handy für die Zwecke aussuchen, die man auch tatsächlich benötigt. Ein Handy mit Internetfähigkeiten ist großartig für Menschen, die ständig unterwegs sind, aber für jemanden, der zuhause arbeitet und das Haus kaum verlässt, sicher überflüssig.