Kosmetik & Parfüm

Allgemeine Beschreibung


Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Geschichte des Parfums erst mit Chanel N° 5 begann. Dieser im Jahr 1921 als erster aus rein synthetischen Stoffen kreierte Duft läutete nur eine neue Epoche ein. Das älteste heute noch käuflich zu erwerbende Parfum ist "Eau impériale" von Guerlain. Dieses wurde seiner Zeit für die Kaiserin Eugène, der Frau Napoléon Bonapartes, kreiert.

Schon vor über 5000 Jahren wurde duftende Kosmetik bei den Ägyptern und später auch bei Römern und Arabern benutzt. Erst im 14. Jahrhundert wurde Parfum in Europa dokumentarisch erwähnt. Als Hochburg bzw. Gründungszentrum der Parfum-Industrie gilt das französische Grasse nahe der Côte d'Azur.
Die Kosmetik ist vom Wortsinn her mit ordnen oder schmücken zu bezeichnen. Auch hier geht die Entwicklung bis in die Zeit der Ägypter zurück, die sich durch Körper- und Schönheitspflege die Erhaltung, Wiederherstellung oder gar Verbesserung der Schönheit ihres Körpers erwarteten. Grob unterschieden wird heute zwischen dekorativer und pflegender Kosmetik. Letztere versucht, die Schönheit von Haut und Haar zu unterstützen und zu erhalten. Die dekorative Kosmetik verändert das Aussehen mittels färbender Kosmetika wie z. B. Make-Up oder Lippenstift.

Parfum besteht zu 80 % aus Alkohol sowie aus natürlichen Essenzen, die im Alkohol gelöst werden. Diese Essenzen sind z. B. ätherische Öle pflanzlicher oder tierischer Herkunft, die heute aber synthetisch hergestellt werden. Das ist günstiger und so können auch größere Mengen produziert werden. Es wird unterschieden zwischen verschiedenen Duftnoten wie blumig-feminin, maskulin oder fruchtig und klassisch-elegant.
Die "Zusammensetzung" des Parfums geschieht durch Kopf-, Herz- und Basisnote.

Kurz gesagt: Die Kopfnote ist unmittelbar nach dem Aufsprühen auf die Haut wahrzunehmen, die Herznote ist noch nach Stunden zu riechen und die Basisnote ist der am längsten anhaltende Duft.

Trends und Entwicklungen bei Kosmetik- und Parfüm-Produkten

Nicht, dass die Trends an den Frauen vorbeigehen oder dass die Parfum- und Kosmetikindustrie keine Trends für Frauen bereit hält; aber eine der herausragensten Trends der letzten und der kommenden Jahre ist der pflegebewusste Mann. Als die Firma Biotherm in den 1980ger Jahren die erste komplette Pflegeserie für den Mann auf den Markt gebracht hat, haben andere Firmen in der Folgezeit nachgezogen. Denn die Unternehmen haben erkannt, dass der pflegebewusste Mann sich nicht nur waschen und rasieren, bzw. parfümieren möchte, sondern er möchte gepflegt sein vom Scheitel bis zur Sohle.

Für den Wellnesserfahrenen Mann von heute gibt es alles, was das Pflegeherz erfreut und was es für Frauen schon seit Jahrzehnten vorher gab. Unter anderem sind das Körperpeelings, Gesichtstonics, Pflegemasken sowie erfrischende und beruhigende Augenpflegen. Für den meteo-sexuell orientierten Mann vom Typ David Beckham geht der Trend sogar zu Nagellack, Eyeliner und Mascara. Auch der Besuch in einem Beauty-Studio ist für Männer ebenso keine peinliche Angelegenheit mehr wie auch ein Wellnessurlaub.

Lag in der ersten Entwicklungsphase von Parfum- und Kosmetikartikeln der Schwerpunkt auf Duft, so entwickelte die Industrie auch mehr und mehr schweißunterdrückende Produkte, die sogenannten Antiperspirantien und Transpirantien. Diese unterdrücken die Bildung von Bakterien, die den Geruch verursachen.

Kaufberatung

Nun ist die Industrie aber daran interessiert, ihre Produkte an die Frau bzw. an den Mann zu bringen. Und das geschieht zum Einen natürlich durch Werbung in allen erdenklichen Formen. Das geschieht aber ganz intensiv auch in Form von kleinen Produktproben beim Kauf eines Parfum- oder Kosmetikartikels. Der Kunde nimmt diese Probe und entscheidet sich nach Beratung durch das Fachpersonal für den Kauf. Und gerade durch das Fachpersonal gewinnen die Produkte an Bedeutung. Die speziell auf Parfum- oder Kosmetikprodukte geschulten Fachparfümerieverkäuferinnen oder -verkäufer (die soll es auch geben) beraten den Kunden in allen möglichen Fragen von Duft und Kosmetik. Sie müssen, gerade in Fragen von Kosmetikartikeln, ein geschultes Auge haben, um den Kunden zufrieden zu stellen. Ein erster treffender Blick auf den Kunden verrät schnell, welcher Hauttyp er ist, sodass ein speziell dafür entwickeltes Produkt verkauft werden kann. Wird die Richtung durch den Kunden vorgegeben wie etwa die Frage nach einem Produkt für fettige Haut, muss die Verkäuferin/der Verkäufer darauf entsprechende Produkte anbieten können.

Aktuelles Situation bei Kosmetik- und Parfüm-Produkten

Die Vertreiber hochwertiger Parfum- und Kosmetikprodukte geben jährlich hohe Summen für die Schulung speziell ausgebildeter Fachkräfte aus. Und auch hier ist ein weiterer Trend erkennbar: Die Zukunft gehört entweder den hochpreisigen, in Asien hergestellten Produkten oder der sogenannten Naturkosmetik.

Was den Duft angeht, so ist die Verkäuferin schon auf die Mithilfe des Kunden angewiesen. Kommen gerade zum Frühjahr immer wieder neue Düfte heraus, so werden diese besonders nachgefragt und gerne verkauft. Sucht der Kunde aber einen Artikel, der sich bereits etabliert hat und nicht den Rang eines Modeduftes hat, wird die Verkäuferin auch sehr schnell mit diesem in ein Gespräch kommen können über Kosmetik und Pflege. Und die meisten Verkäuferinnen werden neben dem Duft dann auch einen Kosmetikartikel verkaufen können.

Tipps für Käufer

Der pflegebewusste Kunde selbst wird seine Parfum- und Kosmetikartikel auch nicht in der Drogerie kaufen wollen. Und ist der Kunde bei einem erstmaligen Besuch in einer Fachparfümerie mit dieser und der Beraterin zufrieden, dann wird er auch ein weiteres Mal dorthin gehen, um seine Produkte zu kaufen. Und da haben dann auch beide Seiten etwas davon.